Neustart Agrarpolitik jetzt!

Vielfältiges Online-Programm zur „Grünen Woche“

12.01.2022 00:00 22.01.2022 00:00
Online

Der BUND ist Teil des großen Zusammenschlusses, der seit einigen Jahren zur Zeit der „Grünen Woche“ in Berlin eine bundesweite Demonstration unter dem Motto „Wir haben es satt!“ organi-siert. Coronabedingt wird diese Aktion dieses Jahr in abgewandelter Form durchgeführt. Die BUND-Jugend hat ein vielfältiges online-Programm zusammengestellt, zu dem sich nach Anmeldung jeder zuschalten kann:
• eine Gesprächsrunde mit Vertreter*innen aus Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erörtert die Frage „Was sind nun die drängendsten Aufgaben aus Sicht der Zivilgesellschaft?“,
• der BUND-Pestizidatlas 2022 wird vorgestellt,
• der neue Bundeslandwirtschaftsminister wird gefragt, wie im grün geführten Agrarministerium die Weichen Richtung Zukunft gestellt werden,
• im Online World Café von BUNDjugend, Slow Food Youth und weiteren Jugendorganisationen können Jugendliche sich zu Agrar- und Ernährungsthemen austauschen,
• eine Diskussion über Arbeitsbedingungen und Rechte von Saisonarbeiter*innen wird ange-boten.

Die Anmeldung zu diesen Veranstaltungen ist auf der Seite https://www.bundjugend.de/wir-haben-es-satt-online-programm/ möglich.

Dort finden sich auch noch weitere Veranstaltungen rund um die „Wir haben es satt!“-Aktionen.
Die Forderungen der diesjährigen Aktionen in Kurzform:
• Klimakrise aufhalten
mit gesunden Böden, Vielfalt auf dem Acker & mehr Gemüse auf dem Teller!
• Höfesterben stoppen
faire Preise, Umbau zur ökologischen Bewirtschaftung unterstützen, keine Grundstücksverkäufe
an außerlandwirtschaftliche Investoren, regional verankerte Landwirtschaft stärken!
• Tierfabriken dichtmachen
für artgerechtere Haltung ohne Tierleid & Ausbeutung!
• Artensterben verhindern
Vielfältige Fruchtfolgen statt Monokulturen, Giftexporte stoppen & Glyphosat-Ausstieg
durchsetzen!
„In diesem Jahr können wir nicht nach Berlin fahren, um unserem Wunsch nach Veränderung unserer Landwirtschaft Ausdruck zu verleihen. Aber mit dem vielfältigen online angebotenen Programm hat jeder die Möglichkeit, sich bequem von zu Hause aus über die wichtigen Themen zu informieren und sich darüber auszutauschen“, sagt Elisabeth Bischoff vom BUND Regionalverband Elbe-Heide. „Die Informationen werden uns dabei unterstützen, den Niedersächsischen Weg und weitere nötige Veränderungen im Sinne der Forderungen der diesjährigen „Wir haben es satt!“- Aktionen bei uns in den Landkreisen Harburg und Lüneburg umzusetzen"

Aufruf 2022
#WHES22: Für Bauernhöfe, Tiere und das Klima
Die Landwirtschaft steckt mitten in der Krise. In der Klimakrise, deren Auswirkungen weltweit zu spüren sind. In der Krise der Artenvielfalt, in der täglich Lebensräume zerstört werden und Insek-ten aussterben. Und in der Krise des Höfesterbens: Immer mehr Bäuer*innen geben auf, weil sie ruinöse Preise für ihre Lebensmittel bekommen.
Die alte Bundesregierung hat all dem tatenlos zugesehen und immer wieder die Interessen der Agrar- und Lebensmittelindustrie verteidigt. Die Folgen: Die Bauernhöfe werden mit dem Umbau der Tierhaltung allein gelassen. Immer noch werden zu viele Tiere schlecht gehalten und industri-elle Megaställe verdrängen zunehmend kleine und mittlere Höfe. Europäische Dumpingexporte zerstören bäuerliche Existenzen im globalen Süden. Weltweit hungern immer mehr Menschen – und auch in Deutschland fehlt vielen das Geld, um gesund und nachhaltig zu essen.
Doch jetzt ist Schluss damit: Wir haben die agrarpolitischen Blockaden satt! 2022 startet eine neue Bundesregierung – die Chance für einen Neustart der Agrar- und Ernährungspolitik. Die Vorschläge von Bäuer*innen, Verbraucher*innen und Umwelt- und Tierschützer*innen liegen schon längst auf dem Tisch.


Neustart Agrarpolitik bedeutet: Mehr Verlässlichkeit und Unterstützung für Bauernhöfe! Wer gute Lebensmittel produziert, muss die Unterstützung der Politik erhalten. Und wer in Zukunft ökologischer und tiergerechter produzieren will, soll Hilfe bei der Umstellung bekommen. Fördergelder, die nur Landbesitz belohnen oder Naturzerstörung und Klimakrise vorantreiben, gehören abgeschafft.


Neustart Ernährungspolitik heißt: Mehr Transparenz für Verbraucher*innen! Wer umweltfreundlich und artgerecht produzierte Lebensmittel einkaufen will, muss diese auf den ersten Blick erkennen können. Der Preis dafür muss erschwinglich, aber fair für die Erzeuger*innen sein. Preisdumping auf Kosten von Klima und Artenvielfalt muss gestoppt und gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung sichergestellt werden.
Damit die neue Bundesregierung den Neustart anpackt, braucht es jetzt unseren Druck auf der Straße!


Wir sind die bunte, entschlossene und vielfältige Bewegung, die für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungspolitik demonstriert – und wir haben Agrarindustrie satt! Am 22. Januar, wenn Land-wirtschaft und Ernährung in aller Munde sind, fordern wir von der neuen Bundesregierung: Blockadepolitik beenden – Neustart Agrarpolitik jetzt!